Öko-Test prüft Weihnachtsklassiker: Aldi‑Gewürzspekulatius erhält die Überraschungsnote …

Öko-Test Spekulatius

Weihnachten duftet nach Zimt, Nelken und frisch gebackenen Keksen. Kein anderer Duft steht so sehr für die Adventszeit wie der von Spekulatius. Und doch steckt hinter dem beliebten Gebäck ein Thema, das kaum jemand mit Genuss verbindet – Acrylamid. Der Stoff entsteht beim Backen und gilt als gesundheitlich bedenklich. Genau hier setzt der neue Öko-Test Spekulatius an: Die Verbraucherschutz-Zeitschrift hat 19 Sorten untersucht – und das Ergebnis überrascht.

Süßer Klassiker unter der Lupe

Im Dezember stehen die Regale voller Gewürzspekulatius. Aldi, Lidl, Dm oder kleine Biobäckereien – jeder bietet seine Variante an. Viele Kunden greifen unbedacht zu. Die Kekse sind günstig, praktisch und lecker. Doch was steckt wirklich drin? Der aktuelle Test wollte wissen, ob das beliebte Weihnachtsgebäck eine saubere Bilanz hat.

Für den Vergleich ließ Öko-Test 19 Sorten untersuchen – darunter sieben Bio-Produkte, vier Dinkelvarianten und viele konventionelle Weizenmischungen. Der Preis reichte von 28 Cent bis 2,66 Euro pro 100 Gramm. Analysiert wurde ausschließlich der Gehalt an Acrylamid, einem Stoff, der beim starken Erhitzen entsteht. Er steht im Verdacht, krebserregend zu sein, weshalb er regelmäßig in Lebensmitteln gemessen wird.

Das Labor orientierte sich am EU-Richtwert für Kekse: 350 µg pro Kilogramm. Überschreitet ein Produkt mehr als die Hälfte dieses Wertes, gilt es als kritisch. Zwei der getesteten Kekse fielen auf – und beide stammen von bekannten Discountern. Der „Wintertraum Gewürzspekulatius“ von Aldi und der „Favorina Gewürz-Spekulatius“ von Lidl bekamen nur die Note „befriedigend“. Beide werden vom selben Hersteller produziert: Borggreve. Die Prüfer formulierten es diplomatisch: „Der Hersteller hat noch etwas Nachholbedarf bei der Acrylamid-Reduzierung.“

17 der getesteten Sorten erhielten dagegen ein „sehr gut“. Das zeigt: Die Mehrheit der Anbieter arbeitet sauber, doch Ausreißer gibt es immer. Besonders erfreulich: Die Bio-Hersteller schnitten insgesamt am besten ab.

Öko-Test Spekulatius: Bio überzeugt, Discounter schwächeln

Ein Keks fiel im Test besonders positiv auf – der „Dinkel-Spekulatius Bioland“ von Bohlsener Mühle. Er war das einzige Produkt ohne nachweisbares Acrylamid. Die Tester lobten ihn als „einwandfrei“ und „besonders empfehlenswert“. Auch der „Bio Mini Dinkel Spekulatius“ von Dm erzielte Bestnoten. Hier fanden sich nur minimale Spuren des Stoffes, weit unter der Hälfte des EU-Richtwerts.

Die Testergebnisse zeigen einen klaren Trend: Bio schlägt Discounter. Das hat weniger mit dem Preis zu tun als mit den Zutaten und der Herstellung. Biobetriebe nutzen mildere Backtemperaturen und verzichten auf chemische Zusatzstoffe. Dadurch bildet sich weniger Acrylamid. Discounter-Produkte dagegen werden oft industriell in großen Mengen gebacken – unter hohem Druck und bei höheren Temperaturen. Das beschleunigt den Prozess, kostet aber Qualität.

Viele Verbraucher reagieren überrascht, wenn sie hören, dass selbst harmlose Kekse solche Stoffe enthalten können. Dabei ist Acrylamid kein Zusatzstoff, sondern entsteht durch die sogenannte Maillard-Reaktion, also beim Bräunen. Der Stoff ist in Pommes, Knäckebrot oder Kaffee längst bekannt. Nur beim weihnachtlichen Spekulatius denkt kaum jemand daran.

So kannst du dich beim Einkauf orientieren

Die gute Nachricht: Wer bewusst einkauft, kann das Risiko stark senken. Ein Blick aufs Etikett reicht oft aus. Hier ein paar einfache Tipps, die jeder sofort umsetzen kann:

  • Bio bevorzugen: Die Tests zeigen, dass Bio-Produkte deutlich geringere Acrylamidwerte aufweisen.
  • Dinkel statt Weizen: Dinkelteig bräunt langsamer und bildet weniger Acrylamid.
  • Backfarbe beachten: Dunkle Kekse sind meist stärker erhitzt. Lieber goldgelb statt dunkelbraun.
  • Hersteller googeln: Viele bekannte Marken veröffentlichen ihre Laborwerte oder nehmen an Tests teil.
  • Verbrauchermagazine nutzen: Berichte wie der aktuelle Öko-Test Spekulatius helfen, gezielt sichere Produkte zu finden.

Auffällig ist auch, dass günstige Discounter-Kekse häufiger problematische Werte zeigen. Das liegt weniger an böser Absicht, sondern an Effizienz. Industriebäckereien arbeiten mit extremen Temperaturen, um Produktionszeit zu sparen. Ein paar Grad weniger würden schon helfen, den Acrylamidgehalt deutlich zu reduzieren.

Für Verbraucher bedeutet das: Qualität kostet ein wenig mehr, lohnt sich aber langfristig. Denn wer täglich Spekulatius nascht, nimmt mehr auf, als ihm lieb ist. Ein paar Cent mehr pro Packung schützen die Gesundheit – und den Genuss gleich mit.

Ein Klassiker mit zwei Gesichtern

Spekulatius hat eine lange Geschichte. Ursprünglich kam er aus Belgien und den Niederlanden, heute gehört er zum festen Bestandteil deutscher Adventstradition. Kaum ein Plätzchenteller kommt ohne ihn aus. Genau das macht den Test so wichtig: Es geht nicht um eine Randnotiz, sondern um ein Massenprodukt.

Der Öko-Test Spekulatius erinnert uns daran, dass selbst vertraute Lebensmittel kritisch betrachtet werden müssen. Denn was jedes Jahr millionenfach verkauft wird, verdient auch regelmäßige Kontrolle. Die meisten Hersteller reagieren inzwischen sensibel auf solche Tests. Manche haben ihre Backzeiten angepasst, andere nutzen neue Rezepte, um Acrylamid zu vermeiden.

Was viele überrascht: Die Tester fanden keine weiteren Schadstoffe oder Zusätze. Weder Mineralöle noch künstliche Aromen waren ein Problem. Das ist ein gutes Zeichen – und zeigt, dass die Branche gelernt hat.

Fazit: Bewusst genießen – Wissen schützt

Das Fazit fällt klar aus: Der aktuelle Öko-Test Spekulatius bringt Licht in die Weihnachtsbäckerei. Die meisten Produkte sind unbedenklich, einige verdienen sogar echtes Lob. Nur zwei Marken müssen nachbessern. Für Verbraucher ist das eine beruhigende Nachricht.

Wer Wert auf Qualität legt, greift zu Bio-Produkten oder Marken, die transparent arbeiten. Der kleine Aufpreis lohnt sich, wenn man weiß, dass das Gebäck ohne bedenkliche Stoffe auskommt.

Spekulatius bleibt, was er immer war – ein Stück Kindheit, ein Duft von Geborgenheit. Nur mit dem Wissen aus diesem Test schmeckt er künftig vielleicht noch ein bisschen besser. Denn wer informiert nascht, genießt bewusster. Und genau das macht den Unterschied zwischen Gewohnheit und echtem Genuss.

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