Der neue Vollwaschmittel-Test der Stiftung Warentest sorgt für Gesprächsstoff – denn die größten Überraschungen finden sich nicht im Premiumregal, sondern bei den Eigenmarken. Wer weiße Wäsche liebt, spart mit den richtigen Pulvern nicht nur Geld, sondern bekommt auch die bessere Reinigung. Drei günstige Produkte schlagen Markenriesen wie Ariel oder Persil – und das mit Bestnote. Ein Ergebnis, das zeigt, wie viel Qualität in schlichten Kartons stecken kann.
Günstig schlägt teuer: Was der Test wirklich zeigt
Im aktuellen Vollwaschmittel-Test der Stiftung Warentest wurden 20 Produkte auf Herz und Nieren geprüft. Von bekannten Marken bis zu Discount-Eigenmarken war alles dabei. Das Ziel: herauszufinden, welche Pulver wirklich gründlich reinigen – und welche nur mit Werbung glänzen.
Getestet wurde in der beliebten Größe 1,35 bis 2 Kilogramm, mit Preisen zwischen rund zwei und fünf Euro pro Kilogramm. Das Fazit überrascht: Nur drei Pulver erreichen die Bestnote „sehr gut“, alle stammen aus dem Discount- oder Drogeriesegment.
Das Formil Vollwaschmittel von Lidl schnitt mit „sehr gut (1,3)“ ab – dicht gefolgt vom denkmit Vollwaschmittel von dm und dem Domol Vollwaschmittel von Rossmann, jeweils mit „sehr gut (1,4)“. Die Tester lobten ihre starke Reinigungsleistung bei 30 und 60 Grad, die gute Umweltverträglichkeit und die klar verständliche Dosieranleitung.
Damit schlagen sie bekannte Markenprodukte deutlich. Besonders auffällig: Ein namhafter Hersteller erhielt nur „mangelhaft (5,1)“, weil er in Sachen Reinigungswirkung und Umweltbilanz enttäuschte. Welche Marke das war, verrät Stiftung Warentest im Heft 4/2025 – hinter der Bezahlschranke.
Die Bewertung beruht auf über 900 Waschdurchgängen. Getestet wurden dabei Schmutz- und Fleckenentfernung, Schonung der Textilien, Dosiergenauigkeit und Umwelteigenschaften. Eine Mammutaufgabe – aber mit eindeutigem Ergebnis: Pulver wäscht sauberer als Flüssigwaschmittel, bestätigt auch die Verbraucherzentrale Hamburg.
Pulver statt flüssig: Warum das alte Prinzip besser funktioniert
Viele greifen im Alltag zu flüssigen Waschmitteln – sie riechen gut, sind bequem zu dosieren und hinterlassen keine Rückstände. Doch im Labor zeigte sich, dass Pulverwaschmittel die Nase vorn haben. Der Grund liegt in der Chemie: Pulver enthalten Bleichmittel, die Verfärbungen lösen, während flüssige Varianten darauf verzichten.
Das erklärt, warum weiße T-Shirts und Bettwäsche mit Pulver oft länger strahlend bleiben. Flüssigwaschmittel punkten bei bunter Wäsche, versagen aber bei hartnäckigen Flecken wie Tee, Kaffee oder Rotwein. Die Experten raten daher, beide Varianten je nach Wäschetyp gezielt einzusetzen – oder gleich beim Pulver zu bleiben, wenn man Platz sparen will.
Der Vollwaschmittel Test Stiftung Warentest zeigt außerdem: Pulverwaschmittel sind meist umweltfreundlicher. Sie enthalten weniger Mikroplastik und lassen sich besser dosieren. Wer auf den Umweltschutz achtet, liegt damit also doppelt richtig – für saubere Wäsche und ein besseres Gewissen.
Besonders überzeugend war die Umweltbilanz des Lidl-Produkts. Das Formil-Vollwaschmittel erzielte in dieser Kategorie die Note „gut (1,7)“ und setzte damit Maßstäbe. Auch die Handelsmarken von dm und Rossmann schnitten solide ab.
Eine dm-Sprecherin erklärte auf Anfrage, dass der Erfolg des denkmit-Produkts auf einer konsequenten Qualitätsstrategie beruhe: „Wir entwickeln stetig weiter – mit dem Anspruch, beste Qualität zu fairen Preisen anzubieten.“ Bei Rossmann verwies man auf die enge Zusammenarbeit mit einem Lieferanten, der Forschung und Produktion unter einem Dach vereine. So lassen sich neue Rezepturen schneller testen und verbessern.
Marken unter Druck: Warum teuer nicht automatisch besser ist
Für viele Verbraucher gilt noch immer: Ein hoher Preis steht für Qualität. Der neue Test widerlegt diese Annahme deutlich. Marken wie Persil oder Ariel, seit Jahrzehnten Marktführer, verlieren im Vergleich an Glanz. Ihre Pulver sind teurer, aber nicht gründlicher.
Ein Blick in die Testergebnisse zeigt, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind. Während die drei Testsieger in der Kategorie „Waschwirkung“ brillierten, mussten teure Marken in Teilbereichen wie Fleckentfernung und Umwelteigenschaften Punkte lassen. Besonders auffällig: Einige flüssige Varianten enthielten unnötige Zusatzstoffe, die weder Waschergebnis noch Umweltbilanz verbesserten.
Die Stiftung Warentest betont, dass die Preisunterschiede kaum durch Leistung zu rechtfertigen seien. Bei Waschmitteln zähle die Formel, nicht das Logo. Ein günstiges Produkt könne ebenso gut oder besser reinigen, solange die Zusammensetzung stimme.
Konsument:innen profitieren von dieser Entwicklung. Während ein Markenwaschmittel im Schnitt vier bis fünf Euro pro Kilogramm kostet, liegen die Testsieger bei rund 2,30 Euro pro Kilogramm. Das spart im Jahr schnell über 50 Euro, ohne auf Qualität zu verzichten.
Die Verkaufszahlen bestätigen den Trend. Nach Veröffentlichung der Testergebnisse meldeten Rossmann und dm eine gestiegene Nachfrage, vor allem nach den ausgezeichneten Eigenmarken. Lidl verweist zusätzlich auf das positive Kundenfeedback zur verbesserten Umweltverträglichkeit seines Produkts.
So testet Stiftung Warentest: Präzision in jeder Waschtrommel
Hinter den Testergebnissen steckt monatelange Detailarbeit. Über vier Tonnen Wäsche wurden für den aktuellen Waschmittel-Test bewegt, in 57 Haushalten quer durch Deutschland. Getestet wurde unter realistischen Bedingungen, mit typischen Verschmutzungen aus Alltag und Haushalt.
Die Kriterien im Überblick:
- Waschwirkung bei 30 und 60 Grad (Schmutz- und Fleckentfernung)
- Textilschonung und Farbtreue
- Umweltverträglichkeit und Verpackung
- Dosierhinweise und Ergiebigkeit
Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, wie sparsam und effektiv sich ein Produkt einsetzen lässt. Viele Verbraucher dosieren zu viel, was die Umwelt und den Geldbeutel belastet. Gute Waschmittel reinigen bereits mit kleineren Mengen zuverlässig.
Im Vollwaschmittel-Test der Stiftung Warentest fielen die drei Siegerprodukte durch klare Dosierangaben und niedrigen Verbrauch positiv auf. Schon bei 60 Millilitern Pulver pro Waschgang erzielten sie optimale Ergebnisse.
Auch in puncto Nachhaltigkeit zeigten sie Fortschritte: Verpackungen aus Recyclingmaterial, geringerer Transportaufwand und verbesserte Rezepturen ohne Mikroplastik machten sie zu echten Allroundern. Die Tester lobten besonders, dass selbst günstige Produkte die Umwelt zunehmend berücksichtigen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber älteren Tests.
Fazit: Gute Nachrichten für Verbraucher und Umwelt
Der aktuelle Vollwaschmittel Test Stiftung Warentest beweist, dass Qualität keine Frage des Preises ist. Wer auf Eigenmarken von Lidl, dm oder Rossmann setzt, bekommt saubere Wäsche, spart Geld und schont gleichzeitig die Umwelt.
Die Ergebnisse zeigen, wie stark sich die Branche verändert hat: Von der altbekannten Markenfixierung hin zu leistungsstarken Handelsprodukten, die mit Innovation und Effizienz überzeugen.
Ob Formil, denkmit oder Domol – sie alle stehen für ein neues Bewusstsein im Alltag: Wer clever kauft, wäscht nicht nur sauber, sondern auch verantwortungsvoll.
Und vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Tests – dass gute Pflege nicht teuer sein muss, sondern durchdacht.


